Und das nüchtern!

30Jan09

Sabine Bätzing (SPD) ist die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und sorgt in dieser Rolle gerne mit merkwürdigen Vorschlägen für Stimmung.

Seit vergangener Woche betreibt sie auf ihrer Internetseite ein Blog. Es sollen wohl noch ein paar mehr werden, denn Frau Bätzing verspricht in der (inzwischen weit verbreiteten) Unkenntnis der Vokabeln:

Hier finden Sie die aktuellen Weblogs von mir.

Nun weiß ich nicht, ob sie vorhat, direkt ein Abo für No You Can’t zu lösen, aber der erste Eintrag ist schon mal blogwürdig:

Krempeln wir also die Ärmel hoch und leben Vorwärts! Mit Mut, mit Kraft und Zuversicht. Denkt dabei an Obama - wir können es schaffen. Yes we can! Ganz herzliche Grüße Eure Sabine

[via Sebastian]

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2 Responses to “Und das nüchtern!”

  1. Dass sie „Vorwärts! groß schreibt, zeigt aber auch eine Identifikation mit dem Hausblatt, sie lebt es sogar. Gute Sache.

  2. 2 SvenR

    Wie kommen wigentlich Menschen auf die Idee, dass man Artikel in Blogs mit „Ganz herzliche Grüße, Eure Sabine“ unterschreibt?

    Wobei, bie mir in der Firma ist es noch schlimmer. Obwohl ja gerade die schlimmste wirtschaftliche Krise (seit der letzten schlimmsten wirtschaftlichen Krise) tobt, hat unser „Ausichtsratsvorsitzender“ (nicht ganz, aber wir sind eine englische LLP) seinen ganzen Mut und seine immense Kraft zusammengenommen und ist tatsächlich innerhalb von 10 Tagen von London nach New York, Neu Dheli über das Welt-Wirtschafts-Forum in Davos wieder nach London gereist. Und damit wir nichtsnutzigen „Mitarbeiter“ auch wirklich erkennen können, welchen Strapzen er sich aussetzt, schrieb er seine Reiseerfahrungen in ein „Blog“. Also in das, was Leute ihm gesagt haben ein Blog sein soll.

    Reiseerfahrung jetzt aber nicht im SInne von Reiseerfahrungen (wie, ich bin dann und dann geflogen, es gab dies und jenes zum Essen, das Wetter dort und da war gut/schlecht/schlimm, ich habe den und den getroffen, wir haben über dies und das geredet) sondern nur die normalen britischen Selbsbeweihräucherungen („tremendous success“, „best“, „Yes, we can“ (ne, das hat er nicht geschrieben schreiben lassen), „Market Leader“, „Strategy“, „Brand“, „Added Value“, „Principals“ etc. pp.)

    Der erste „Artikel“ war ein PDF eines Textes, der eine E-Mail hätte sein können. Also, mit PDF meine ich etwas, was am Computer getippt wurde, dann gedruckt und anschließend gescannt wurde. Mit knuffiger Anrede („Hello all“) und perönlichem Gruß („Yours sincerly“). Interessanter Weise passte der Artikel genau auf eine DIN-A4-Seite. Verrückte Welt. Der zweite bis vierte „Artikel“ waren dann normale Web-Content-Managment-System-News, aber natürlich mit Anrede und Abschlussgruß. Wenn man sich den Spaß macht, und das in ein Standard-Dokument in unserem House-Style in Word überträgt passt es jedes mal genau auf eine DIN-A4-Seite. Zufälle gibt’s? Das man natürlich nirgends kommentieren kann bedarf keiner gesonderten Erwähnung.

    Wir nennen das jetzt immer thought tough leadership.

    Warum verdient bekommt der das fünfzehn- bis zwanzigfache im Vergleich zu mir, und die, die ihm das eingeflüstert hat, dass bloggen state of the art ist, und dann sowas zulässt, immer noch das zweieinhalb- bis dreifache?


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